Test: Deponia Doomsday – Let´s do the timewarp

Eigentlich sollte nach dem dritten Teil „Goodbye Deponia“ Schluss sein. Fans hatten sich schon damit abgefunden, doch dann kam eine überraschende Nachricht. Nur ein paar Tage vor dem Release von „Deponia Doomsday“ gab Daedalic Entertainment bekannt, dass sie an dem vierten Teil der Deponia Trilogie arbeiten. Moment! Vierter Teil einer Trilogie? Hier stimmt doch was nicht! Was ist da passiert? Was hat Rufus wieder angestellt? Wir haben uns den vierten Teil für Euch mal genauer angeschaut.

Noch Ende Oktober 2013, kurz nach dem Release von „Goodbye Deponia“ gab der Erfinder Jan „Poki“ Müller-Michaelis das Ende von der Deponia-Reihe bekannt.

„Ihr könnt euch gerne darüber aufregen, die Geschichte im Kopf weiterspinnen oder andere mögliche Enden diskutieren… aber die Geschichte die ich euch erzählen wollte endet damit, […]. Ich wollte es genau so haben wie es ist. Und das auch schon von Anfang der Trilogie an. Ein anderes Ende werdet ihr nicht bekommen.“

Ferner betonte er, dass es auch keinen Deponia-Nachfolger geben würde. Nun ja, erstens kommt es anders und zweiten als Ihr denkt! Da sind wir nun, willkommen bei „Deponia Doomsday“ der wirklich letzte Teil der Saga! Oder auch nicht? Das weiß wohl so niemand.

Ich möchte nicht allzu viel aus dem Spiel spoilern, dass würde oder wird den Spielspaß mindern. Eines möchte ich aber vorweg sagen, es ist nicht zwingend Notwendig die voran gegangene Trilogie gespielt zu haben, aber es ist schon ein Vorteil um so manche Zusammenhänge, Vorgänge und Verhaltensweisen leichter zu verstehen. Immer wieder kommt es im Spiel zu Handlungen die Bezug auf vergangene oder auch zukünftige Ereignisse nehmen. In einer netten Videosequenz am Anfang erfasst Goal (Anmerkung der Redaktion: eine der Hauptcharaktere der Trilogie, falls es doch noch Leute geben sollte, die noch nie was von Deponia gehört haben) noch einmal die vergangenen Ereignisse zusammen.

Als spielbarer Held fungiert, wie soll es auch anders sein wieder Rufus, ein tollpatschiger, verpeilter, selbstverliebter, netter Kerl. Anfangs war sein sein Schicksal noch ungeklärt, doch dann … Rufus erwacht aus einem langen, für ihn sehr real erscheinenden Traum. Oder war es eine Zeitschleife? Denn Zeitreisen sind doch möglich, dass wissen wir ja alle! Egal, Rufus hat seine neuste Erfindung fertig und möchte mit seiner Freundin Toni nach Elysium reisen. Das war oder ist sein Plan, doch schon auf dem Weg dorthin verbreitet Rufus wieder einmal Chaos. Er trifft auf McChronicle mit sein Zeitreise-Dingsbums Gerät, welcher sich in einer Zeitschleifenanomalie befindet. Rufus will natürlich helfen, er kann ja alles und lässt sich nichts sagen. Und wie sollte es anders sein, er vergeigt es und verbreitet damit gleich in mehreren Zeitschleifen Chaos (Anmerkung der Redaktion: was auch sonst).deponiadoomsday_02

Auf seinem Weg, alles wieder in geordnete Bahnen zu bringen, trifft Rufus immer wieder auf knifflige Aufgaben, Rätsel und alte sowie auch neue Bekannte. manche Rätsel scheinen auf den ersten blick einfach zu lösen, andere wiederum verlangen doch etwas mehr Geduld. Man muss die scheinbar unmöglichsten Gegenstände mit einander kombinieren. Da hilft in so manchen Fällen nur das Try and Error Prinzip, aber dieses mindert mit Nichten das Spielvergnügen. Um das Spiel komplett durch zu spielen sind gute 15 Stunden „harte“ Arbeit nötig. Das Spiel verfügt immer mal wieder über ein paar kleine Minirätsel, welche zwar auch übersprungen werden können aber das macht man ja nicht! Nicht immer sind die hinweise auf die Rätsel und Minispiele eindeutig erkennbar, wäre ja auch viel zu einfach, aber dank Rufus seiner Selbstüberschätzung und motivierenden Sprüchen kommt man immer ans Ziel.

Der audiovisuelleTeil des Spiels ist den Entwicklern wieder einmal gut gelungen. Wieder übernahmen namenhafte deutsche Synchronsprecher die Stimmen der Charaktere. voran natürlich Monty Arnold als Rufus und Sinikka Compart als Goal, welche uns schon die vorigen Teile begleitet hatten. Dazu kommen Gastauftritte von Entwicklern wie „Poki“ oder bekannten Stimmen wie Bernd Rumpf, welcher in Deutschland unter anderem Liam Neeson seine Stimme leiht. Grafisch hat sich gegenüber der Vorgänger nicht viel getan. Ich finde das es auch nicht Schlimm ist, es ist der typische Deponia-Charme.

Mein Fazit:

Leute, spielt das Spiel! Wer solche Art von Spielen mag und vor allem wer die Deponia-Trilogie gespielt hat, kommt an diesem Teil nicht vorbei. Die Spielstunden vergingen wie im Flug, ich habe viel gelacht aber auch das ein oder andere mal verzweifelt den Kopf auf den Schreibtisch gehauen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Leute sich solche Rätsel und Sprüche ausdenken können. Ich finde wir brauchen in der heutigen Zeit mehr von solchen Spielen. Immer nur das ernste Rumgeballere oder andere Aktionspiele, lassen uns schnell abstumpfen.  Diese Art von Spielen regt das Hirn doch mehr an und fördert die Fantasie. Als nächstes werde ich wohl „Day of the Tentacle – Remastered“ spielen, auch wenn es kein neues Spiel ist und ich es damals schon mehrfach durch gespielt hatte. Ich hab wieder Blut geleckt!

Die Wertung:

9,0 / 10 Punkten

Pro

  • spannende Story
  • liebevolle Details
  • gute grafische Umsetzung
  • geniale Figuren
  • längerer Spielspaß als bei den Vorgängern
  • niedriger Preis
Contra

  • fehlende Rätselhilfen
  • teils Try and Error bei den Rätseln
  • wohl doch das Ende?